Zero Waste reisen

Unsere Urlaube in der Vergangenheit waren gefüllt mit Erlebnissen und Ausflügen an fremden Orten. Familienzeit und diese immer sehr genossen. Die Erinnerungen verblassten aber jedesmal recht schnell, kaum dass man im Alltag wieder angekommen ist. 

Dieses Jahr verbrachten wir unsere Zeit bei „Fremden“, organisiert über die Gruppe „Urlaub ohne Gegenleistung“.. Drei tolle Menschen und deren Familien, die uns aufgenommen haben. Ohne Erwartungen oder Verpflichtungen durften wir in ihren Häusern leben und ihren Alltag teilen. Menschen mit viel Herz und Offenheit. 

Der Berg ruft

Das Ganze bedarf dieses Mal etwas mehr Vorbereitung. Unsere Gastfamilie hat uns schon darauf vorbereitet, dass man in ihrem Dorf nur frische Lebensmittel unverpackt bekommt. Das ist ja schon mal was. Der Rest wurde heute mit unserer Großbestellung bei der foodcoop von umdenkbar abgeholt. Damit sollten wir auskommen. Sogar für ein paar Lakritze ist noch Platz. So lässt sich hoffentlich der ein oder andere Kletterstieg schaffen. Die Ausrüstung kann man sich günstig als Mitglied beim DAV leihen. Voll gut. 

Unsere beiden Unterkünfte haben wir über „Urlaub ohne Gegenleistung“ gefunden. Auf diese Art können wir nette Menschen kennenlernen und dem Tourismuswahn entkommen. Mal sehen wie gut wir es dann wirklich schaffen vor Ort müllfrei zu bleiben. Beutel, Behälter etc alles kommt mit. Wir reisen allerdings mit dem Auto, zähneknirschend und keine andere Möglichkeit gesehen. Im Alltag können wir, zum Glück, gut darauf verzichten.

n der Vergangenheit haben wir oft unseren Urlaub klassisch in Fewos oder Hotels verbracht. Die dort erlangte Entspannung war im Alltag schnell verflogen. Da wir dieses Jahr bei Familien wohnen dürfen und vor Ort dadurch tolle Initiativen kennenlernen können, nehmen wir viele Ideen und Inspirationen mit nach Hause. Und das Bewusstsein, dass an vielen Orten viele Menschen versuchen was zu verändern

Alt trifft Neu

Auf dem Weg in die Berge haben wir einen Zwischenstopp bei der Schwägerin eingelegt. Mit ihrem Mann lebt sie in einem uralten wunderschönen Fachwerkhaus. Hier malt und illustriert sie.

Wir treffen auf viel selbst-gemachtes und nachhaltiges und es wird abends beim Wein über die beste Art des Brot backen gefachsimpelt. Über die mitgebrachten Bienenwachstücher haben die Beiden sich sehr gefreut. Die kannten sie noch nicht. Morgen gehts dann weiter in den Süden. Aber auf dem Heimweg kommen wir noch mal in den Genuss von Apfelwein. 

 

 

 

 

 

Claudia, die Künstlerin. Sie lebt mit ihrem Mann, Peter, in der Nähe von Frankfurt. Ein Ort des Entdecken. Claudia hat mich tief in ihre Seele blicken lassen. Sie hat seit ihrer Jugend mit Epilepsie zu kämpfen. Ihre Art und ihr Umgang macht sie damit zu einem besonderen Menschen. Nebenbei backt Peter noch das weltbeste Brot.

Nicht ganz ein Drittel (28 %) des jährlich in Österreich anfallenden Plastikmülls (ca. 0,92 Mio.Tonnen) wird wiederverwertet, der Rest wird einfach verbrannt. Dabei unterscheidet sich Österreich nicht groß zu Deutschland. Und auch die Supermärkte sind voll mit Plastik. Auf der Suche nach unverpackten Lebensmittel sind wir auch im kleinen Klosterladen gescheitert. Die regionalen Angebote leider eingeschweißt. Und unser Brot durfte nicht ins mitgebrachte Baumwolle-Sackerl und somit haben wir es dann auch nicht gekauft. Der Unverpacktladen „Unicorn“ in Villach hat leider nur Freitags Nachmittags geöffnet, das haben wir verpasst.

Ohne Vorbereitung geht auch hier im Urlaub gar nichts. Morgens werden Stullen geschmiert und frisches Obst eingepackt. Wasser haben wir in unseren Flaschen dabei. Leider produzieren aber auch wir hier mehr Müll als daheim. Und seien es nur die in Folie eingerollten Kekse, die bei der Kraxelei Energie bringen.

food sharing in Österreich

wir im schönen Kärnten bei Angelika in der Villa Kunterbunt gelandet. Hier lebt sie mit ihren vier Hunden und zwei Pferden auf eine ganz unkonventionelle Art.

Angelika macht u.a. beim foodsharing mit und so durften wir heute die geretteten Lebensmittel für sie abholen. Bei der Station handelt es sich um einen Verein, die nicht nur Lebensmittel verteilen sondern auch Kinderspielzeug, Kleidung, Schuhe und vieles mehr anbieten. 

Nächste Woche geht es dann nach Osttirol, zu Romy und Ihrer Familie. Sie ist Streetworkerin und möchte noch gerne ein paar Tipps für die plastikfreie Küche bekommen. 💚 das „plastiksparbuch“ von @smarticularnet haben wir für sie im Gepäck. 

 

 

 

 

 

Angelika, die Kamikaze-Oma (Wortlaut unserer Tochter), lebt mit ihrem Hunden und Pferden in Kärnten in ihrer kleinen Villa Kunterbunt. Mit ihrer unkonventionelle Lebensweise hat sie mir in Erinnerung gerufen, was wichtig ist im Leben. Und dass man vieles einfach nicht so wichtig nehmen sollte. 

Landliebe

Die erste Woche haben wir in Österreich unsere Milch, genauso wie daheim, in Glasflaschen beim Supermarkt gekauft. Als wir diese leer dann gestern wieder wegbringen wollten haben wir leider erfahren, dass es sich gar nicht um Pfandflaschen handelt 😳 Schock.

Zum Glück hat Romy, unsere Herbergsfrau, gemeint sie könne die Flaschen im Herbst für selbstgemachten Saft gut gebrauchen. Somit immerhin kein Glasmüll produziert. (Einweg-Glasflaschen werden in Österreich zu 80 % (Tendenz sinkend) gesammelt und in Glashütten zu neuen Flaschen verarbeitet. Auf Grund der hohen Sammelquote und des technisch effizienten Recyclings werden zwar Rohstoffe (Quarz, Sand) eingespart, durch die einmalige Nutzung geht aber auch viel Energie verloren. Daher schneiden Einwegglasflaschen trotz gutem Recycling ökologisch schlecht ab.) Da aber auch der Flaschenbedarf für den Saft irgendwann endet sind wir total froh jetzt unsere Milch in unseren Flaschen vom echten Bergbauern, direkt nebenan, beziehen zu können. 

Wie toll ist dass denn? Für uns Stadtmenschen pure Freude. Für nur 50ct wollte uns der Milchbauer den Liter verkaufen. Wir meinen viel zu wenig und zahlen hier gerne den Preis vom Bioladen direkt an der Bauern. 

Vieles ist auf dem Land schwierig unverpackt zu beziehen, aber hier bekommt das Landleben von uns ein großes 💚

 

 

 

 

 

Und dann ist da noch Romy, Streetworkerin in Osttirol. Mit ihr, ihrem Freund und den Tieren durften wir in einem 600 Jahre alten Holzhaus wohnen. Romy träumt davon Alpakas zu züchten und mit ihnen Jugendliche zu therapieren. Ihre Hündin „Razzia“ hat sich in unser aller Herz geschlichen und bleibt unvergessen.

Fazit

Alle drei Familien haben uns mit ihrer offenen Art und ihrem Vertrauen total begeistert und geflasht. In unserer Gesellschaft zählt oft nur das eigene Weiterkommen. Jeder denkt an sich und keiner gönnt dem anderen etwas. Das es so nicht überall ist erfährt man schnell, wenn man bereit ist sich einzulassen und hin zusehen. Es macht Mut und gibt Hoffnung. Danke für die tolle Zeit und die ganz anderen Urlaubserinnerungen